Didaktik der Geschichte

28. Mai 2008

Didaktik der Geschichte

Die Geschichtsdidaktik beschäftigt sich mit der Theorie und Praxis der Aneignung und Vermittlung von Vorstellungen, Kenntnissen, Einstellungen und Kompetenzen im Umgang mit Geschichte.
Ihr zentrales Forschungs- und Betätigungsfeld ist dabei das Geschichtsbewusstsein der Menschen, die mit Geschichte in Berührung kommen.

Geschichtsbewusstsein entsteht durch individuelle Deutung eigener Erfahrungen und durch kollektive Kommunikation über Geschichte – auch, aber keineswegs nur im Geschichtsunterricht. Menschen geben dabei jeweils den Informationen über gewesene Realität einen eigenen und keineswegs immer gleichen Sinn – dies macht deutlich, dass es also nicht „die“ Geschichte gibt, sondern dass diese immer neu von der Gegenwart aus neu konstruiert wird.

Das so entstehende oder entstandene Geschichtsbewusstsein wird von der Geschichtsdidaktik unter theoretischen, empirischen, normativen und pragmatischen Gesichtspunkten erforscht und zu beeinflussen versucht – sowohl im Geschichtsunterricht als auch in außerschulischen Kommunikations-, Lehr- und Lernprozessen in der Gesellschaft (Geschichtskultur).

Ein zentraler Gegenstand der Geschichtsdidaktik bleibt das historische Lernen und Lehren in der Schule. Dabei werden die Schülerinnen und Schüler in ihren Lernmöglichkeiten, ihren Geschichtsvorstellungen und -interessen, das Curriculum und die Unterrichtsgestaltung in geschichtsdidaktischer Forschung und Lehre thematisiert. Deshalb dient bereits im Studium parallel zu fachwissenschaftlichen Studien eine theoriegeleitete Auseinandersetzung mit schulischen Lernprozessen und erste eigene schulpraktische Erfahrungen der Entwicklung eigener Handlungskompetenz als GeschichtslehrerIn.

An der Universität Bremen ist Geschichtsdidaktik als obligatorisches Studiengebiet der Lehrerausbildung dem Professionalisierungsbereich zugeordnet, für nicht-schulische Studien- und Berufsziele ist sie als Teil der General Studies fakultativ studierbar.
Näheres erläutert die Studienordnung für den BA-Studiengang Geschichte.
Die im Rahmen des Lehramts-BA und der fachbezogenen Bildungswissenschaften sowie im nachfolgenden Master of Education zu studierenden geschichtsdidaktischen Module finden Sie in der Modul-Übersicht.

Besonderer Wert wird dabei auf eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis gelegt, was sich u.a. in insgesamt fünf schulpraktischen Phasen im Studienverlauf niederschlägt. Näheres dazu ist den Informationen des Zentrums für Lehrerbildung zu entnehmen.

Im Master of Education-Studienverlauf werden inhaltliche, methodische und lernerbezogene Aspekte der Geschichtsdidaktik im fächerübergreifenden, sozialwissenschaftlichen Kontext studiert. Dies entspricht dem zu erwartenden  schulischen Einsatz in Fächerverbünden wie Welt-/Umwelt oder Gesellschaft/Politik.

Ihre Masterarbeit schreiben MA-ed-Studierende als eine schulbezogene empirische Untersuchung in Fachdidaktik oder Erz.Wiss. Diese wird im Schulbezogenen Forschungspraktikum angeleitet.

 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter:

Dr. Sabine Horn, Lektorin für Fachdidaktik, Fachberaterin für Fragen des Lehramtsstudiums Geschichte

Burkhard Sachse, Lektor für Fachdidaktik

 

 

  • Keine Kommentare

Kommentarfunktion ist deaktiviert.