Horn, Klaus-Peter, M.A.

admin 30. Mai 2008

Klaus-Peter Horn, M.A.

Abteilung Geschichte des Mittelalters

Universität Bremen
Institut für Geschichtswissenschaft/FB 08
Postfach 330 440
28334 Bremen

Sprechzeit: n. V.

Zimmer: GW2 B2430
Tel.: 0421 / 218-67231

E-Mail: kphorn@uni-bremen.de

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Vita

geb. am 19.10.1974 in Kassel

Studium

1996-2004 Studium der Geschichte und der Archäologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Humboldt-Universität und Freien Universität Berlin sowie an der Università degli Studi “Gabriele d`Annunzio” in Chieti.

Wissenschaftlicher Werdegang

zwischen 2001 und 2004 diverse Grabungen (u.a. mittelalterliche Burg Neideck und Renaissanceschloß Hundshaupten, Oberfranken; vorzeitliches Gräberfeld in Grundfeld bei Staffelstein, Oberfranken; mittelalterlichen Parzelle am Marktplatz Bayreuth (Oberfranken); Stadtkerngrabung in Königsberg in Bayern).

2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Grabungsfirma “ReVe Büro für Archäologie”, Bamberg.

ab August 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte Bereich Mittelalter.

Publikationen

* Überleben in der Familie - Heilung durch Gott. Körperlich beeinträchtigte Menschen in den Mirakelberichten des 9. und 10. Jahrhunderts, in: Nolte, Cordula (Hg.), Homo debilis. Behinderte - Kranke - Versehrte in der Gesellschaft des Mittelalters (= Studien und Texte zur Geistes- und Sozialgeschichte des Mittelalters 3), Korb 2009, S. 303-316.

* Die Walsdorf-Neuhaus Stiftung, in: Heimat Bamberger Land 10 (1998), S.55-56.

* Vierte bayerische Landesuniversität?, in: Machilek, F., Haus der Weisheit. Von der Academia Ottoniana zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Bamberg 1997, S. 262-264.

Forschungsschwerpunkte

Forschungs- und Arbeitsgebiete:

Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte; Sozialgeschichte der Familie, Stiftungen und Medizin; Archäologie des Mittelalters.

Mitarbeit am Projekt:

Behinderte und chronisch Kranke im Frühmittelalter - zwischen Sozialfürsorge und Ausgrenzung:

Die Geschichtswissenschaft des Mittelalters hat sich mit körperlich beeinträchtigten Personen bis auf die jüngst erschienene, theoretische Studie von Irina Metzler über die Vorstellungs- und Ideengeschichte im Bezug auf behinderte Menschen kaum beschäftigt. Hier liegt ein Desiderat in der Forschung vor, das mit der vorgestellten Untersuchung behoben werden soll.
Gefragt wird nach dem Aktionspotential von körperlich beeinträchtigten Personen und den Hilfestellungen seitens der Verwandten und Nachbarn, einschließlich ihrer Herren und Herrinnen. Dies beinhaltet die These, dass das unmittelbare soziale Umfeld und Sicherungsnetz stabil genug war, körperlich beeinträchtigten Personen über längere Zeiträume hinweg Hilfe bereitzustellen. Gleichzeitig wird damit die gängige Sichtweise, Behinderte in Klöstern und Spitälern zu verorten oder ihnen ein Überleben als Empfänger mildtätiger Almosen zu bescheinigen, hinterfragt.
Im Wesentlichen konzentriert sich die Arbeit auf das Frankenreich. Wenn es sinnvoll erscheint, erfolgt ein Ausgreifen auf England, Irland und Italien. Die Problematik wird, um auch auf unterschiedliche Entwicklungen und Bedeutungsverschiebungen einzugehen, während der merowingischen- und karolingischen Epoche (500-900) behandelt.
Die Dissertation verfolgt dieses Ziel anhand einer seriellen Auswertung hagiographischer Texte des 6. bis 10. Jahrhunderts, unter ergänzender Hinzunahme historiographischer und archäologischer Quellen. Innerhalb der Datenerhebung hagiographischer Informationen geht es weniger um eine traditionelle quellenkritische Scheidung von historischen und fiktiven Elementen, als um die Erschließung der Informationen hinsichtlich realistischer und topischer Hintergründe. Die Untersuchung liegt dabei thematisch im Schnittpunkt zwischen mikrohistorischer Alltagsgeschichte, Medizingeschichte, der Geschichte des Körpers, disability studies und historischer Familienforschung.
Die Dissertation ist eingebunden in das laufende Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Geschichte des Mittelalters. Das Forschungsprojekt „Behinderte und chronisch Kranke im Frühmittelalter – zwischen Sozialfürsorge und Ausgrenzung“ unter der Leitung von Frau Prof. Cordula Nolte untersucht anhand schriftlicher, archäologischer und anthropologischer Quellen die Lebenssituation körperlich und geistig beeinträchtigter Menschen. Die Intention des Projektes ist es, ein differenziertes, quellennahes Bild der betroffenen Personengruppe, ihrer Bewältigung und Gestaltung des Alltags zu zeichnen und ihre Beziehung zu den sie umgebenden Sozialverbänden zu untersuchen.

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