Kaufmann, Doris, Prof. Dr.

30. Mai 2008

Abteilung Neuere und Neueste Geschichte

Universität Bremen
Institut für Geschichtswissenschaft/FB 08
Postfach 330 440
28334 Bremen

Zimmer: GW2 B2510
Tel.: 0421 / 218-67210

E-Mail: dkaufman@uni-bremen.de

Sprechstunde: dienstags, 10.00-11.00 Uhr

Sekretariat:
Ursula Meller
GW2, B2570
Telefon: 0421/218-67037
Email: umeller@uni-bremen.de

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Vita

Persönliche Daten:

Studium der Geschichte und Politologie an der Universität Münster, der Freien Universität Berlin und der Technischen Universität Berlin

1983 Promotion über „Katholisches Milieu und Politik in der Endphase der Weimarer Republik“ bei Reinhard Rürup und Karin Hausen am Institut für Geschichtswissenschaft der TU Berlin

1984-87 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für ökumenische Forschung der Universität Tübingen in einem interdisziplinären Forschungsprojekt gefördert von der VW-Stiftung über „Frauen und Christentum in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts“

1988-91 DFG-Forschungsprojekt über „Die ‚Irrenfrage‘ im Entstehungsprozeß der bürgerlichen Gesellschaft in Deutschland“ am Institut für Geschichtswissenschaft der TU Berlin

1992-93 Member am Institute for Advanced Study (School of Social Science) in Princeton, USA

1993 Habilitation an der TU Berlin über „Aufklärung, bürgerliche Selbsterfahrung und die ‚Erfindung‘ der Psychiatrie in Deutschland, 1770-1850″

1993-96 Vertretungs- bzw. Gastprofessuren an der FU Berlin, der Universität Tübingen, der Universität Jena und der Universität Bern

1995-97 C 3-Stelle am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin

1998 bis März 2000 Projektleiterin des Forschungsprogramms „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“ der Max-Planck-Gesellschaft, München

seit März 2000 Professorin für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts an der Universität Bremen und Mitglied der Präsidentenkommission der Max-Planck-Gesellschaft „Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus“

Juli-August 2002 short term visitor am Institute for Advanced Study, School of Social Science, Princeton, USA

März-Juli 2004 Visiting Scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin mit dem Projekt „The debate on primitivism in Germany, France, and the United States in the early 20th century“.

September bis Dezember 2008 – Visiting Scholar am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin

Wissenschaftliche Beiratstätigkeit:

Wissenschaftliche Beirätin des Deutschen Historischen Instituts Moskau.

Wissenschaftliche Beirätin der „Feministische Studien. Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechtergeschichte“.

Wissenschaftliche Beirätin der „NTM. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin“.

Mitglied der Jury des Programms „Geisteswissenschaften international. Übersetzungsförderung geisteswissenschaftlicher Literatur“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Thyssen Stiftung, des AA, der VG-Wort


Schriftenverzeichnis

 

Bücher

* Katholisches Milieu in Münster 1928 – 1933, Düsseldorf 1984 (= Düsseldorfer Schriften zur Neueren Landesgeschichte und zur Geschichte Nordrhein-Westfalens, Bd. 14)

* Frauen zwischen Aufbruch und Reaktion. Protestantische Frauenbewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, München/Zürich 1988

* Aufklärung, bürgerliche Selbsterfahrung und die „Erfindung“ der Psychiatrie in Deutschland, 1770-1850, Göttingen 1995 (= Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte, Bd. 122)

* (Herausgeberin) Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus. Bestandsaufnahme und Perspektiven der Forschung, 2 Bände, Göttingen 2000

Aufsätze

* Vom Vaterland zum Mutterland. Frauen im katholischen Milieu der Weimarer Republik, in: Karin Hausen (Hg.), Frauen suchen ihre Geschichte. Historische Studien zum 19. und 20. Jahrhundert, München 1983, (2. Auflage 1987), S. 254-280.

* Äußere und innere Grenzen. Überlegungen zum nationalen Diskurs und Sittlichkeits-Diskurs im Deutsch-Evangelischen Frauenbund nach dem I. Weltkrieg, in: Die ungeschriebene Geschichte. Dokumentation des 5. Historikerinnentreffens in Wien, Wien 1984, S. 62-69.

* Ein „Warner gegen die Mächte der Finsternis“. Pater Friedrich Muckermanns Kampf gegen Bolschewismus und Nationalsozialismus in Münster 1924-1934, in: Hans-Günter Thien u.a. (Hg.), Überwältigte Vergangenheit. Nationalsozialismus und Nachkriegszeit in Münster, Münster 1985, S. 13-28.

* Die Ehre des Vaterlandes und die Ehre der Frauen oder der Kampf an der äußeren und inneren Front. Der Deutsch-Evangelische Frauenbund im Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, in: Evangelische Theologie 46, 1986, S. 277-292.

* Die Begründung und Politik einer evangelischen Frauenbewegung in der Weimarer Republik, in: Jutta Dalhoff u.a. (Hg.), Frauenmacht in der Geschichte, Düsseldorf 1966, S. 380-389.

* Artikel „Schwesternschaften“, in: Frauenlexikon, hg. v. Anneliese Lissner/Rita Süssmuth/Karin Walter, Freiburg i.Br./Basel/Wien 1988, (2. Auflage 1989), Sp. 978-981.

* „Irre und Wahnsinnige“. Zum Problem der sozialen Ausgrenzung von Geisteskranken in der ländlichen Gesellschaft des frühen 19. Jahrhunderts, in: Richard van Dülmen (Hg.), Verbrechen, Strafen und soziale Kontrolle. Studien zur historischen Kulturforschung III, Frankfurt/M 1990, S. 178-214.

* „Hartnäckiger Eigensinn“ oder „temporeller Wahnsinn“? Eine Fallgeschichte über abweichendes Verhalten in der ländlichen Gesellschaft zu Beginn des 19. Jahrhunderts, in: Journal Geschichte, 1990, Heft 4, S. 46-59.

* Otázky a metody výzkumu dĕjin mentalit na příkladech z projektu sociálních dějin rané psychiatrie kolem r. 1800 v Německu (Fragestellungen und Methoden der Mentalitätsgeschichtsforschung mit Beispielen aus einem Projekt zur Geschichte der frühen Psychiatrie um 1800 in Deutschland), in: Ročenka obecných Dĕjin, hg. v. Historický Ústav ČSAV (Jahrbuch des Historischen Instituts der tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften), Prag 1991, S. 290-299.

* Heimat im Revier? Die Diskussion über das Ruhrgebiet im Westfälischen Heimatbund während der Weimarer Republik, in: Edeltraud Klueting (Hg.), Antimodernismus und Reform. Beiträge zur Geschichte der deutschen Heimatbewegung, Darmstadt 1991, S. 171-190.

* Psychiatrie und Strafjustiz im 19. Jahrhundert. Die gerichtsmedizinischen Gutachten der medizinischen Fakultät der Universität Tübingen 1760-1960, in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Bd. 10, hg. v. Robert Jütte, Stuttgart 1991, S. 23-39.

* „Boundary Disputes“: Criminal Justice and Psychiatry in Germany, 1760-1980, in: Journal of Historical Sociology 6, 1993, S. 276-287.

* Die „Wilden“ in Geschichtsschreibung und Anthropologie der „Zivilisierten“. Historische und aktuelle Kontroversen um Cooks Südseereisen und seinen Tod auf Hawaii 1779, in: Historische Zeitschrift 260, 1995, S. 49-73.

* Wahnsinn und Geschlecht. Eine erfahrungsseelenkundliche Fallgeschichte aus der Entstehungszeit der bürgerlichen Gesellschaft in Deutschland, in: Christiane Eifert u.a. (Hg.), Was sind Frauen? Was sind Männer? Geschlechterkonstruktionen im historischen Wandel, Frankfurt/M 1996, S. 176-195.

* Schmerz zur Heilung des Selbst. Heroische Kuren in der Psychiatrie des frühen 19. Jahrhunderts, in: Medizin, Gesellschaft und Geschichte. Jahrbuch des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung, Bd. 15, hg. v. Robert Jütte, Stuttgart 1997, S. 101-116.

* Les sexes et la nature humaine dans le „Voyage autour du monde“ de Georg Forster (1772-1775), in: Gradhiva. Revue d’histoire et d’archives de l’anthropologie 23, Sommaire 1998, S. 61-68.

* Eugenik-Rassenhygiene-Humangenetik. Zur lebenswissenschaftlichen Neuordnung der Wirklichkeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, in: Richard van Dülmen (Hg.), Die Erfindung des Menschen. Schöpfungsträume und Körperbilder 1500-2000, Köln/Weimar/Wien 1998, S. 347-365.

* Science as Cultural Practice: Psychiatry in the First World War and Weimar Germany, in: Journal of Contemporary History 34, 1999, S. 125-144.

* „Widerstandsfähige Gehirne“ und „kampfunlustige Seelen“. Zur Mentalitäts- und Wissenschaftsgeschichte des Ersten Weltkriegs, in: Michael Hagner (Hg.), Ecce Cortex. Beiträge zur Geschichte des modernen Gehirns, Göttingen 1999, S. 205-223.

* „Resilient Brains“ and „Souls unwilling to fight“. Towards a History of Culture and Science during World War I, in: Eduard Kolchinsky/Dietrich Beyrau/Julia Lajus (Hg.), Science, Technology, and Society in Russia and Germany during the First World War, St. Petersburg 2007, S. 345-363 (russische Übersetzung von „Widerstandfähige Gehirne“…, in: Ecce Cortex).

* Träume als wissenschaftliches Objekt. Bürgerliche Selbstverständigungsprozesse im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, in: Michael Grüttner/Rüdiger Hachtmann/Heinz-Gerhard Haupt (Hg.), Geschichte und Emanzipation, Frankfurt/M 1999, S. 75-94.

* Dreams and Self-consciousness. Mapping the Mind in the Late Eighteenth and Early Nineteenth Centuries, in: Lorraine Daston (Hg.), Biographies of Scientific Objects, Chicago 2000, S. 67-85.

* Wissenschaft im Nationalsozialismus, in: Max-Planck-Gesellschaft (Hg.), Ethos der Forschung. Ringberg Symposium, München 2000, S. 11-23.

* Neurasthenia in Wilhelmine Germany. Culture, Sexuality, and the Demands of Nature, in: Marijke Gijswijt-Hofstra/Roy Porter (Hg.), Cultures of Neurasthenia. From Beard to the First World War, New York/Amsterdam 2001, S.161-176.

* „Kriegsschädigungen“. Ehefrauen und Witwen sogenannter Kriegsneurotiker in der Weimarer Republik, in: Barbara Duden u.a. (Hg.), Geschichte in Geschichten. Ein historisches Lesebuch, Frankfurt/M 2003, S. 195-200.

* „Rasse und Kultur“. Die amerikanische Kulturanthropologie um Franz Boas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – ein Gegenentwurf zur Rassenforschung in Deutschland, in: Hans-Walter Schmuhl (Hg.), Rassenforschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten vor und nach 1933, Göttingen 2003, S. 309-327.

* Eugenische Utopie und wissenschaftliche Praxis im Nationalsozialismus. Zur Wissenschaftsgeschichte der Schizophrenieforschung, in: Wolfgang Hardtwig (Hg.), Utopie und politische Herrschaft im Europa der Zwischenkriegszeit, München 2003, S. 309-325.

* Wissenschaftliche Ideen, Diskurse und Praktiken. Kommentar, in: Lutz Raphael/Heinz-Elmar Tenorth (Hg.), Ideen als gesellschaftliche Gestaltungskraft im Europa der Neuzeit. Beiträge für eine erneuerte Geistesgeschichte, München 2006, S. 521-24.

* „Gute Russen“ im Gedächtnis der Deutschen. Briefe an Lev Kopelev, 1981- 1997, in: Osteuropa 57, 2007, S. 157-165.

* Mythos Ostpreußen, in: Heidrun Hamersky/Heiko Pleines/Hans-Henning Schröder (Hg.), Eine andere Welt? Kultur und Politik in Osteuropa 1945 bis heute, Stuttgart 2007, S. 225-232.

* Kunst, Psychiatrie und „schizophrenes Weltgefühl“ in der Weimarer Republik. Hans Prinzhorns Bildnerei der Geisteskranken, in: Matthias Bormuth (Hg.), Kunst und Krankheit. Studien zur Pathographie, Göttingen 2007, S. 57-72.

* „Primitivismus“. Zur Geschichte eines semantischen Feldes 1900 – 1930, in: Wolfgang Hardtwig (Hg.), Ordnungen in der Krise. Zur politischen Kulturgeschichte Deutschlands 1900-1933, München 2007, S. 425-448.

* „Pushing the limits of understanding“: the discourse on primitivism in German Kulturwissenschaften, in: Studies in History and Philosophy of Science 39, 2008, S. 434-443.

* Zur Genese der modernen Kulturwissenschaft. „Primitivismus“ im transdisziplinären Diskurs des frühen 20. Jahrhunderts, in: Jürgen Reulecke/Volker Roelcke (Hg.), Wissenschaften im 20. Jahrhundert. Universitäten in der modernen Wissenschaftsgesellschaft, Stuttgart 2008, S. 41-53.

* Interpretacija psichičeskoj „normy“ i kontrol‘ nad nej: psichiatrija v uslovijach Pervoj mirovoj vojny i Vejmarskoj respubliki, in: Jürgen Schlumbohm/Michael Hagner/Irina Sirotkina (Hg.), Bolezn‘ i zdorov’e: novye podchody k istorii mediciny (Krankheit und Gesundheit: Neue Forschungsansätze zur Geschichte der Medizin). Sankt-Peterburg 2008, S. 231-259 (russische Übersetzung von „Science as Cultural Practice“).

* Die Entdeckung der „primitiven Kunst“. Zur Kulturdiskussion  in der amerikanischen Anthropologie um Franz Boas, 1890-1940, in: Hans-Walter Schmuhl (Hg.), Kulturrelativismus und Antirassismus. Der Anthropologe Franz Boas (1858 – 1942), Bielefeld 2009, S. 211-230.

* Nervenschwäche, Neurasthenie und „sexuelle Frage“ im deutschen Kaiserreich, in: Michaela Fenske (Hg.), Alltag als Politik – Politik im Alltag. Dimensionen des Politischen in Vergangenheit und Gegenwart, Berlin 2010, S. 201-214.

* Ornament, in: Eine Naturgeschichte für das 21. Jahrhundert. Hommage à Hans-Jörg Rheinberger, hg. v. Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin 2011, S. 250-253.

* „Primitivismus. Zur Geschichte eines semantischen Feldes, in: Nicola Gess (Hg.), Literarischer Primitivismus, Berlin/Boston 2013, S. 93-124 (Wiederabdruck siehe Hardtwig 2007)

Forschungsschwerpunkte

* Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, insbesondere die Geschichte der Naturwissenschaften und Psychiatrie im Nationalsozialismus

* Geschichte der Wissenschaften vom Menschen seit dem 18. Jahrhundert;

* laufendes Buchprojekt: „Ornaments in Motion. ‚Primitive‘ Art-Histories in Cultural Anthropology around 1900″

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