Nolte, Cordula, Prof. Dr.

30. Mai 2008

Prof. Dr. Cordula Nolte

Abteilung Geschichte des Mittelalters

Universität Bremen
Institut für Geschichtswissenschaft / FB 8
Postfach 330 440
28334 Bremen

Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit:

18. Juli, 13.00-14.00 Uhr
17. August, 12.00-13.00 Uhr
27. September, 12.00-13.00 Uhr u. n. V.
(Anmeldungen über Eintrag in die aushängenden Listen)

Zimmer: GW2 B2450
Tel: 0421 / 218-67230

E-Mail: cnolte@uni-bremen.de

Sekretariat:
Dietlind Heckelen
GW2 B2440
Telefon: 0421/218-67018
E-Mail: heckelen@uni-bremen.de

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Vita

Persönliche Daten:

Geburtsdatum und -ort: 27.04.1958, Paderborn
Kinder: eine Tochter

Studium

1977–1985 Studium der Geschichte, der Germanistik und (zeitweilig) der Kunstgeschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, der Universität Hamburg sowie an der Freien Universität Berlin

Wissenschaftlicher Werdegang

a) Arbeitsstellen
1986-1989 Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Interdisziplinäre Studien zur Geschichte der Frauen in Spätantike und Frühmittelalter“ am Fachbereich Geschichtswissenschaften der Freien Universität Berlin
SoSe 1991 Lehrbeauftragte am Fachbereich Geschichtswissenschaft und am Fachbereich Germanistik
an der FU Berlin
1994-2000 Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
SoSe 2003 Gastprofessorin in der Fachrichtung „Geschichte des Mittelalters“ (Gender Studies) an der
Universität des Saarlandes
WS 2003/2004 Privatdozentin an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
SoSe 2004 Vertretungsprofessorin an der Universität Bremen
seit 01.08.2004 Professorin an der Universität Bremen

b) Stipendien
1990–1992 Promotionsstipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes
2001–2002 Habilitationsstipendium im Rahmen der Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung der Weiterentwicklung von Hochschule und Wissenschaft sowie zur Realisierung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre

c) Promotion
1993 Promotion an der FU Berlin; Thema der Dissertation: Conversio und Christianitas. Frauen in der Christianisierung vom 5. bis 8. Jahrhundert

d) Habilitation
2002 Habilitation an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald; Thema der Habilitationsschrift: Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten
am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440-1530)

Publikationen

Monographien

* Conversio und Christianitas. Frauen in der Christianisierung vom 5. bis 8. Jahrhundert (Monographien zur Geschichte des Mittelalters 41), Stuttgart 1995, 370 S.

* Familie, Hof und Herrschaft. Das verwandtschaftliche Beziehungs- und Kommunikationsnetz der Reichsfürsten am Beispiel der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach (1440-1530), Ostfildern 2005.

* Frauen und Männer in der Gesellschaft des Mittelalters (Geschichte kompakt), Darmstadt 2011.

Herausgeberschaften

* Werner Affeldt, Cordula Nolte, Sabine Reiter, Ursula Vorwerk (Hg.): Frauen im Frühmittelalter. Eine ausgewählte, kommentierte Bibliographie, Frankfurt a. M. u.a. 1990, 711 S.

* Cordula Nolte, Karl-Heinz Spieß, Ralf-Gunnar Werlich (Hg.): Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter. Interdisziplinäre Tagung des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften in Greifswald in Verbindung mit der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen vom 15.-18. Juni 2000 (Residenzenforschung 14), Stuttgart 2002, 447 S.

* Cordula Nolte (Hg.): Homo debilis. Behinderte – Kranke – Versehrte in der Gesellschaft des Mittelalters (Studien und Texte zur Geistes- und Sozialgeschichte des Mittelalters, Bd. 3), Korb 2009.

Aufsätze in Sammelwerken und Zeitschriften (Auswahl)

* Klosterleben von Frauen in der frühen Merowingerzeit. Überlegungen zur Regula ad virgines des Caesarius von Arles, in: Frauen in der Geschichte VII. Interdisziplinäre Studien zur Geschichte der Frauen im Frühmittelalter. Methoden – Probleme – Ergebnisse, hg. von Werner Affeldt und Annette Kuhn (Geschichtsdidaktik. Studien, Materialien 39), Düsseldorf 1986, S. 257-271.

* Petra Heidebrecht/Cordula Nolte: Leben im Kloster: Nonnen und Kanonissen. Geistliche Lebensformen im frühen Mittelalter, in: Weiblichkeit in geschichtlicher Perspektive. Fallstudien und Reflexionen zu Grundproblemen der historischen Frauenforschung, hg. von Ursula A. Becher und Jörn Rüsen (Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 725), Frankfurt a. M. 1988, S. 79-115.

* Die Königinwitwe Chrodechilde. Familie und Politik im frühen 6. Jahrhundert, in: Veuves et Veuvage dans le Haut Moyen Age. Études réunies par Michel Parisse, Paris 1993, S. 177-186.

* Christianisierung und religiöses Leben im Frühmittelalter. Überlegungen aus geschlechtergeschichtlicher Perspektive, in: Was sind Frauen? Was sind Männer? Geschlechterkonstruktionen im historischen Wandel, hg. von Christiane Eifert u.a. (edition suhrkamp 1735, NF 735), Frankfurt a. M. 1996, S. 76-96.

* Erlebnis und Erinnerung. Fürstliche Pilgerfahrten nach Jerusalem im 15. Jahrhundert, in: Fremdheit und Reisen im Mittelalter, hg. von Irene Erfen und Karl-Heinz Spieß, Stuttgart 1997, S. 65-92.

* Gender and Conversion in the Merovingian Era, in: Varieties of Religious Conversion in the Middle Ages, ed. by James Muldoon, Gainesville/Florida 1997, S. 81-99.

* Fürsten und Geschichte im Nordosten des spätmittelalterlichen Reiches. Zur literarischen Gestaltung der Jerusalemreise Herzog Bogislaws X. von Pommern, in: Les princes et l’histoire. XIVe – XVIIIe siècle. Actes du colloque organisé par l’Université de Versailles-Saint-Quentin et l’Institut Historique Allemand, Paris/Versailles, 13-16 mars 1996, publiés sous la direction de Chantal Grell, Werner Paravicini et Jürgen Voss (Pariser Historische Studien 47), Bonn 1998, S. 151-169.

* „Ir seyt ein frembs weib, das solt ir pleiben, dieweil ihr lebt“. Beziehungsgeflechte in fürstlichen Familien des Spätmittelalters, in: Geschlechterdifferenz im interdisziplinären Gespräch. Kolloquium des Interdisziplinären Zentrums für Frauen- und Geschlechterstudien an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald, hg. von Doris Ruhe, Würzburg 1998, S. 11-41.

* Pey eytler finster in einem weichen pet geschrieben. Eigenhändige Briefe in der Familienkorrespondenz der Markgrafen von Brandenburg (1470-1530), in: Adelige Welt und familiäre Beziehung. Aspekte der „privaten Welt“ des Adels in böhmischen, polnischen und deutschen Beispielen vom 14. bis zum 16. Jahrhundert, hg. von Heinz-Dieter Heimann (Quellen und Studien zur Geschichte und Kultur Brandenburg-Preußens und des Alten Reiches), Potsdam 2000, S. 177-202.

* Der kranke Fürst. Vergleichende Beobachtungen zu Dynastie- und Herrschaftskrisen um 1500, ausgehend von den Landgrafen von Hessen, in: ZHF 27.1 (2000), S. 1-36.

* Gendering Princely Dynasties. Some Notes on Family Structure, Social Networks, and Communication at the Courts of the Margraves of Brandenburg-Ansbach around 1500, in: Gender and History 12.3 (2000): Special Issue: Gendering the Middle Ages, ed. by Pauline Stafford and Anneke Mulder-Bakker, S. 704-721.

* Verbalerotische Kommunikation, gut schwenck oder: Worüber lachte man bei Hofe? Einige Thesen zum Briefwechsel des Kurfürstenpaares Albrecht und Anna von Brandenburg-Ansbach 1474/75, in: Das Frauenzimmer. Die Frau bei Hofe in Spätmittelalter und Früher Neuzeit. 6. Symposium der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, 26.-29. Sept. 1998, hg. von Jan Hirschbiegel und Werner Paravicini (Residenzenforschung 11), Stuttgart 2000, S. 449-461.

* Fides matrum. Les saint(e)s et leurs mères dans la christianisation du Haut Moyen Age, in: L’évangélisation des régions entre Meuse et Moselle et la fondation de l’abbaye d’Echternach (Ve-IXe siècle). Actes des 10es Journées Lotharingiennes, 28-30 octobre 1998, éd. par Michel Polfer (Publications du CLUDEM 16), Luxembourg 2000, S. 301-316.

* Die markgräfliche Familie am Hof zu Berlin und Ansbach 1470-1486. Versorgung – Wohnstrukturen – Kommunikation, in: Principes. Dynastien und Höfe im späten Mittelalter. Interdisziplinäre Tagung des Lehrstuhls für Allgemeine Geschichte des Mittelalters und Historische Hilfswissenschaften in Greifswald in Verbindung mit der Residenzen-Kommission der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen vom 15.-18. Juni 2000, hg. von Cordula Nolte, Karl-Heinz Spieß und Ralf-Gunnar Werlich (Residenzenforschung 14), Stuttgart 2002, S. 147-169.

* der leib der hochst schatz – Zu fürstlicher Körperlichkeit, Gesunderhaltung und Lebenssicherung (1450-1550). Familien- und alltagsgeschichtliche Perspektiven, in: Fürstin und Fürst. Familienbeziehungen und Handlungsmöglichkeiten von hochadeligen Frauen im Mittelalter, hg. von Jörg Rogge (Mittelalter-Forschungen 15), Ostfildern 2004, S. 45-92.

* Art. „Familie“ (Männer, Frauen, Kinder), in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich: Bilder und Begriffe, Teilband 1: Begriffe, hg. von Werner Paravicini (Residenzenforschung 15.II.1), Ostfildern 2005, S. 46-57.* Christine von Sachsen. Fürstliche Familienbeziehungen im Zeitalter der Reformation, in: Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen und seine Residenz Kassel, hg. von Heide Wunder, Christina Vanja und Berthold Hinz (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen 24.8), Marburg 2004, S. 75-88.

* Peregrinatio – Freundschaft – Verwandtschaft. Bonifatius im Austausch mit angelsächsischen Frauen, in: Bonifatius – Leben und Nachwirken (754-2004). Die Gestaltung des christlichen Europa im Frühmittelalter. Band zur Tagung in Mainz, 2.-5. Juni 2004, hg. von Franz Josef Felten, Jörg Jarnut und Lutz E. von Padberg, Mainz 2007, S. 149-160.

* Gotz wertz wol machen. Fürstinnen der Reformation – Elisabeth von Rochlitz, in: Frauen fo(e)rdern Reformation. Wittenberger Sonntagsvorlesungen, hg. vom Evangelischen Predigerseminar Wittenberg, Wittenberg 2004, S. 9-28.

* Devotio christiana im ländlichen Gallien des 6. Jahrhunderts – die Perspektive des Bischofs Gregor von Tours, in: Kasten, Brigitte (Hg.): Tätigkeitsfelder und Erfahrungshorizonte des ländlichen Menschen in der frühmittelalterlichen Grundherrschaft (bis ca. 1000), Festschrift für Dieter Hägermann zum 65. Geburtstag, München 2006, S. 199-216.

* Die Familie im Adel. Haushaltsstrukturen und Wohnverhältnisse im Spätmittelalter, in: Die Familie in der Gesellschaft des Mittelalters, hg. von Karl-Heinz Spieß (im Druck)

* Religious Conversion, in: Women and Gender in Medieval Europe. An Encyclopedia, hg. von Margaret Schaus, New York 2006, S. 171, 172

* Schriftlichkeit und Mündlichkeit, in: Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich. Hof und Schrift, hg. von Werner Paravicini, bearbeitet von Jan Hirschbiegel und Jörg Wettlaufer (Reihe: Residenzenforschung, Band 15.III), Ostfildern 2007, S. 11-35.

* Arbeiten, Wohnen, Repräsentieren. Burgen als Aufenthaltsorte von Frauen im Spätmittelalter, in: Margarete „Maultasch“. Zur Lebenswelt einer Landesfürstin und anderer Tiroler Frauen des Mittelalters, hg. von Julia Hörmann-Thurn und Taxis, Innsbruck 2007, S. 219-246.

Projekte

Projekttitel: Behinderte und chronisch Kranke im Frühmittelalter – zwischen Sozialfürsorge und Ausgrenzung
Project title: Disabled persons and people with chronic illness in the early middle ages – between social welfare and social exclusion
Laufzeit: 2005 – 2008
Mitarbeiter/-innen: Büttner, Dr. Jan Ulrich; Horn, Klaus-Peter

Projektbeschreibung: Das Projekt untersucht den Umgang der Gesellschaft im frühmittelalterlichen Frankenreich (6. bis 9. Jahrhundert) mit Menschen, die von Geburt an, durch Unfälle oder schwere körperliche Belastung, langwierige Krankheiten oder altersbedingte Gebrechlichkeit in ihrer physischen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt waren, ein normabweichendes Verhalten oder Aussehen zeigten und/oder pflegebedürftig waren. Ob diese – nach heutiger Terminologie – „Behinderten“ und „chronisch Kranken“ überlebten und wie sie ihr Leben bewältigen und gestalten konnten, hing wesentlich von den Haltungen und Verhaltensweisen der sie umgebenden Sozialverbände – Familie, Freunde, Hof- und Dorfgemeinschaft, Klosterkonvent – gegenüber ihren weniger „nützlichen“ Mitgliedern ab. Die frühmittelalterliche Gesellschaft war, durch alle sozialen Schichten hindurch, in hohem Maß auf körperliche Funktionsfähigkeit hin orientiert: Arbeitsfähigkeit, Kampfkraft, Herrschaftstauglichkeit, Eignung zur Heirat und Familiengründung.
Auf der Basis von schriftlichen Quellen aller Gattungen, die durch die publizierten Befunde von Archäologie und Anthropologie ergänzt werden, zielt das Vorhaben auf die im Umfeld von Familie, Verwandtschaft, Haushalt und grundherrschaftlicher familia praktizierten Formen von Fürsorge und Ausgrenzung. Dabei wird insbesondere danach gefragt, inwieweit sich Alter, Geschlecht, Familienposition, sozialer Rang bei der Verteilung von Solidarität bemerkbar machten. Im Mittelpunkt steht die breite Masse der unfreien ländlichen Bevölkerung, deren soziale Praxis im Gegensatz zum Lebens- und Verhaltensstil der Oberschicht noch weitgehend Forschungsdesiderat ist.

Laufendes Anschlussprojekt: Homo Debilis. Soziale Einbindung und Lebensbewältigung beeinträchtigter Menschen im Mittelalter.

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